szmmctag

  • Ich bin dann mal weg...

    Time to say goodbye, blog.de!

    Normalerweise mag ich Abschiede nicht besonders, aber diesen speziellen Abschied habe ich lange herbeigesehnt. Heute verlasse ich blog.de mit zwei lachenden Augen und ziehe um auf eine neue, meine eigene Domain. Ein tolles Gefühl!

    Ab sofort findet ihr mich also werbefrei und in zwei Sprachen auf www.mixxedgreens.de!

    Ich freue mich auf euren Besuch!
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    Mixxed Greens goes English! Visit me at www.mixxedgreens.de and read about my cooking adventures, my thoughts on consumer goods and sustainability in English!

    Looking forward to seeing you there!

  • Mauerblümchen...

    Da soll mal noch einer sagen, Pflanzen seien nur was für Weicheier und kleine Mädchen.

    Im Gegenteil: Pflanzen sind so stark und cool, die wachsen einfach überall!

    Mauerblümchen1
    Auf der Mauer, auf der Lauer.

    Mauerblümchen2
    Dort, wo nie die Sonne scheint (aka neben den Mülltonnen im Innenhof).

    Mauerblümchen3
    Sie sind wirklich keine Kellerkinder. Deswegen wachsen sie lieber draußen - vorm Kellerfenster.

    Mauerblümchen4
    Denn sie sind die wahren Helden der Straße.

    Herzlich Willkommen, Frühling!

    PS. Alle Bilder aus unserem Hinterhof.

  • You "beta" go vegan!

    Sorry für diesen miesen Wortwitz, aber ich konnte gerade nicht anders....

    Darf ich vorstellen: Das neue Mixxed Greens!
    Mixxedgreenslogo
    Seit letztem Wochenende sind wir nun ganz offiziell im Beta-Modus, d.h. wir schleifen noch die letzten Kanten ab, versuchen Einträge von blog.de auf die neue Domain umzuziehen und feilen noch ein wenig am endgültigen Design und Layout. Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass ich dann pünktlich zum 1. April, quasi als Anti-Aprilscherz, die neue Seite offiziell der Öffentlichkeit zugänglich machen kann. Jawoll!!!

    Was bietet euch das neue Mixxed Greens?
    Zunächst einmal wird es übersichtlicher sein, da man die wichtigsten Kategorien, z.B. Rezepte oder alle Artikel zum Thema Nachhaltigkeit mit einem Klick übers Menü direkt ansteuern kann.
    Außerdem wurden Projektkategorien angelegt, da sich nicht jeder für jedes kleine Fitzelchen meiner Hobbygärtnerei oder meiner Kochbuchsammlung interessiert. Wer aber Spaß dran hat, bekommt dann auf den Projektseiten eine Reihe zusätzlicher Informationen, die nicht auf der Hauptseite veröffentlicht werden.
    Es wird keine nervige Blink-Werbung geben!!! Darüber freue ich mich ganz besonders!
    Und ich habe mich auf der "Über Mich" Seite ein wenig ausgetobt und wer mich und meine Motivation für Mixxed Greens besser kennenlernen und verstehen will, kann sich dort informieren.

    Ein kleines Schmankerl ist die englische Seite, die es zusätzlich zur deutschen Seite geben wird. Bis ich allerdings die schönsten Artikel ins Englische übertragen habe, wird das wohl noch ein wenig dauern.

    So ein Neustart erfordert einiges an Mehrarbeit und da ich das Blog nur in meiner Freizeit betreibe, wird es eine Weile dauern, bis alle Inhalte umgezogen, umformatiert und umkategorisiert sind. Aber ich bin sicher, ihr habt dafür Verständnis!

    Also merkt euch gut und ändert dann ab 1. April den Link zu meinem Blog in eurer Blogroll, euren Bookmarks oder aboniert den neuen RSS-Feed auf www.mixxedgreens.de!

    Ich freu mich!

     

  • Go Green! Go, Grow! - Kresse

    Oder: "Wie ich es immer wieder schaffe, doch die Trendwellen zu reiten."

    Ganz ehrlich: ich halte mich für einen recht trendresistenten Menschen. Ich besitze noch immer kein Smartphone, trage öfter auch mal einen Rucksack statt einer Umhängetasche, kaufe eigentlich so gut wie nie so richtig trendige Schuhmarken, höre kein Radio und sehe (bis auf Tatort und die Tagesthemen) eigentlich auch nie wirklich fern. Ich halte mich mittlerweile auch nur noch für mäßig informiert, was solche Themen wie Charts, Promiklatsch oder Technik-Gadgets anbelangt. Trotzdem habe ich ein ziemlich gutes Gespür dafür, gerade die Lifestyle-Trendwellen unbewusst doch mitzunehmen. So zum Beispiel die vegane Ernährung und nun auch noch das Gärtnern.

    In den vergangenen paar Wochen habe ich einige Bücher durchgearbeitet, die sich speziell mit dem Gärtnern auf kleinem und kleinstem Raum befassen, nicht ahnend, dass genau das dieses Frühjahr offenbar der letzte Schrei ist. Sogar im Dekorationsgeschäft, wo ich neulich ein schnörkeliges Bonbonglas suchte, gibt es Saatgut, "Für Topf und Freiland geeignet." Ich habe absolut keinen Schimmer, warum es auch mich ausgerechnet dieses Jahr also ins Beet oder an die Blumentöpfe zieht. Vermutlich, weil ich das Gefühl habe, diesen Sommer etwas Zeit für ein bisschen Pflanzenpflege zu haben. Ein richtiger Garten ist zwar noch Mangelware, aber wenn man sich zum Koch ausbilden lässt, muss man ja auch erst mal schnippeln lernen.

    Aber ich bin echt heiß aufs Anbauen, zumal die Aussicht auf ein bisschen Beetbotanik und Kübelgrün einige nostalgische Gefühle in mir weckt. Meine Großeltern haben lange Jahre ihre Gemüsegärten bewirtschaftet und zu einer Zeit, in der man die fleißigen Gärtner noch eher milde belächelte, die ganze Familie mit Unmengen Salat, Wurzel- und Knollengemüse, Tomaten, Kräutern und Beeren versorgt. Als Kind bin ich oft nachmittags in den Garten meiner Oma geschlichen und habe schüsselweise Erdbeeren geklaut oder den Stachelbeerstrauch abgegrast. Was liegt also näher für mich als endlich auch mal selbst Hand anzulegen und nach und nach einen Teil meiner Lebensmittel selbst zu ziehen?
    Um mich und die Umwelt nicht gleich komplett zu überfordern, beginne ich meine Nutzpflanzenkarriere mit der Sorte Saatgut, die selbst Kindergartenkinder schon hegen und pflegen lernen: Gartenkresse!
    Kresse2
    Findet ihr die vielen Farben auch so klasse?

    Ein Tütchen hundsgewöhnliche Gartenkresse kostet selbst im Bioladen kaum mehr als ein paar Euro. Normalerweise säht man Kresse auf nasser Watte oder nassem Küchenkrepp, aber da ich im Oktober von meinem Freund ein mehrstöckiges Keimgerät bekam, das "Gärtnern ohne Erde" verspricht, ließ ich es auf einen Versuch ankommen und streute die Kressesamen direkt auf einen Keimteller. Schon nach zwei Tagen sah das Ganze so aus:
    Kresse1
    Ich schätze, dass ich in spätestens zwei Tagen ernten kann!
    Einziges Problem: Kresse ist sehr durstig und da das Keimgerät nicht wie Watte das Wasser speichern kann, muss man oft nachgießen. Damit die Samen nicht weggespült werden, gieße ich mit einem Zerstäuber, was hervorragend funktioniert!

    Kresse lässt sich vielseitig verwenden: als scharfe und knackige Salatkomponente, direkt aufs Brot, im Aufstrich und in Suppen oder als essbare Deko. Und da ich nun einen riesigen Haufen Kresse habe, werde ich laum daran vorbeikommen, das ein oder andere Rezept in den nächsten Tagen auszuprobieren....

    Aber dass es mit der Kresse bei mir lange nicht getan ist, werdet ihr dann in den kommenden Wochen sehen. Unter anderem läuft gerade ein Experiment mit einer selbstgemachten Saatmischung, die ich Schritt für Schritt dokumentiere. Außerdem haben wir ein paar Erdbeerpflänzchen in einen Balkonkasten gesetzt und mein Rosmarin reckt langsam aber sicher mehr als nur seine Keimblättchen in Richtung Sonne! Es gibt also mehr als genug zu berichten!

  • Kochbuchrezension: Ganz "Einfach Vegan"!

    Wenn man mir einen gewissen Spleen nachsagen möchte, dann sicher den, dass ich eine absolute Schwäche für Kochbücher habe. Das Veganomicon zum Beispiel war mein treuer Begleiter vom Übergang vom Omni/Zwei-Wochen-Vegetarier zum Veganer und ich habe es immer noch sehr sehr lieb. Nichtsdestotrotz kamen im Laufe weniger Monate unzählige weitere vegane Kochbücher hinzu, so viele, dass ich sie mittlerweile nicht mehr in ein einziges Regalfach quetschen kann. Genauso wie ich nach jeder neuen Tätowierung fast Entzugserscheinungen bekam und schon das nächste Motiv samt passender Körperstelle plante, durchforste ich nun mit Leidenschaft die Welt der Kochbücher und ehe ich mich versehe, halte ich ein Neues in Händen.
    Dafür sammele ich weder Schuhe noch Taschen noch Apple-Gadgets, Apps, Sonnenbrillen, Insekten oder Briefmarken. Nur Kochbücher und lustiges Kochgeschirr für meine Fotos. Und wenn man bedenkt, dass ich zu Teenagerzeiten mal über 250 Elefantenfiguren besaß, sind Kochbücher da doch um einiges sinnvoller und nützlicher!

    Als nun der Schirner-Verlag vor zwei Wochen nach Rezeptetestern für Roland Rauters Kochbuch Einfach Vegan suchte, ließ ich mich nicht zweimal bitten. Und es stellte sich schnell heraus, dass das Buch ein echter Glücksgriff war. Es ist sehr hübsch aufgemacht, vor allem, weil es zu jedem Rezept ein Foto gibt. Das ist ja gerade bei vielen amerikanischen Kochbüchern nicht der Fall, was ich immer sehr schade finde. Einfach Vegan beinhaltet 100 Rezepte, geordnet nach Art der Mahlzeit. Was mir beim ersten Blättern ins Auge stach, waren die teilweise sehr außergewöhnlichen Rezeptnamen und Zutatenkombinationen. Genau mein Ding! Ich selbst bin noch ein wenig zu unsicher, was meine eigenen Rezeptentwicklungsfähigkeiten betrifft, deswegen lasse ich mich schnell von kreativen Ideen begeistern. Ich habe gerade beim Verlag angefragt, ob ich ein, zwei Rezepte dann auch veröffentlichen darf und hoffe, dass ich eine positive Antwort bekomme.

    EinfachVegan

    Als kleinen Teaser für alles, was da noch kommt, habe ich nun zwei Fotos vom ersten Rezepttest für euch. Da ich zwei dicke Knollen rote Beete in meiner letzten Biokiste hatte, wurden aus den "Rote Beete Perlen mit Buchweizen" allerdings eher rote Beete Würfel mit Buchweizen, aber seht selbst:
    EinfachVeganRoteBeete1
    Die Rohzutaten: rote Beete, Buchweizen und das Kochbuch.

    EinfachVeganRoteBeete3
    Fertig gekocht: glasierte rote Beete Würfel mit Buchweizen (im Hintergrund zu sehen).

    Wenn man von der Sauerei absieht, die rote Beete nun mal beim Schälen verursacht, ist das Rezept wirklich sehr einfach nachzukochen. Ich hatte den Buchweizen vor einem halben Jahr mal gekauft und seither kleinere Mengen für verschiedene Teige gemahlen. Buchweizen als Kohlenhydratbeilage war mir bis dato eher unbekannt, aber ich bin sehr froh ihn nun doch mal in der Form gegessen zu haben. Mir Lorbeer und Koriander gewürzt, schmeckt Buchweizen nämlich richtig lecker! Die rote Beete wird mit einer Soße aus karamellisiertem Zucker, Sojasoße und einigen Gewürzen, darunter Kreuzkümmel, den ich sehr liebe, glasiert und schmeckt am Ende süß-würzig-fruchtig-knackig. Dazu würde meiner Meinung nach noch ein wenig rohes Grünzeug passen, also ein schöner, aber unaufdringlicher Salat, damit die eher erdigen Aromen nicht unterdrückt werden. Das Gericht macht auch optisch echt was her, sieht richtig edel aus! Um einen kontrastreichen Farbakzent zu setzen (ja, Kochen hat schon viel mit Farbenlehre zu tun, wie ich finde), habe ich den Buchweizen mit Frühlingszwiebelringen garniert.

    Wie ihr seht, habe ich schon einige Klebezettelchen im Buch verteilt und freue mich auf viel Neues in meinem Küchenrepertoire!

  • Aktuell: Frau Aigners Lebensmittelstudie

    So. Da ist sie nun. Die lange angekündigte Studie aus dem Verbraucherschutzministerium, die uns ein erstes Bild davon geben soll, wieviel Essen in noch genießbarem Zustand in Deutschland pro Jahr weggeworfen werden.
    Ganze 82 kg. Pro Jahr. Pro Nase. Das ist ein normal gebauter, etwa 1,80 - 1,85 m großer Mann. Pro Jahr also werfen wir, das deutsche Volk, also über 82 Millionen Menschen also .... ähm.... 82.000.000 Mal 82 kg Nahrung weg. Das sind laut meinem Taschenrechner 6.724.000.000 kg. Kann das stimmen? Die Zahl ist so monströs! Und beinhaltet nur die privaten Haushalte. Zählt man die Gastronomie, Krankenhäuser, Supermärkte, Unternehmenskantinen, Mensen etc. noch mit dazu, steigt die Menge auf ganze 11 Millionen Tonnen.
    Man muss allerdings ehrlich dazusagen: diese Zahlen beruhen auf Schätzungen. Aber wenn jeder von uns pro Tag 225g Essen in die Tonne klopft, was auf den ersten Blick nicht nach sonderlich viel aussieht, dann sind das 365 Mal 0,225 kg. Macht also 82,125 kg pro Jahr. Tja. Rein rechnerisch stimmt es dann wohl, auch wenn die Ausgangswerte nur geschätzt sind.
    Es wird natürlich Nörgler geben, die denen ähneln, die schon seit Jahren den Klimawandel so vehement leugnen, während uns gleichzeitig die Polkappen vor der Nase wegschmelzen. Auf Schätzwerten könne man keine vernünftige Studie basieren, es sei Humbug, dass so viel Essen weggeworfen werde, und so weiter und so fort. Ich höre es schon aus allen Richtungen schallen. Aber auch wenn diese Zahlen vielleicht ein bisschen nach unten korrigiert werden müssen, so bleibt am Ende trotzdem wohl eine Zahl im Millionen- bzw. Milliardenbereich stehen. Von mir aus sind es dann halt bei den Privathaushalten keine 6 Millionen Tonnen sondern "bloß" 5 Millionen. Aber das entspräche immer noch 1 Million afrikanischer Elefanten mit durchschnittlichem Körperbau. Pro Jahr. Eine ganze Menge also.

    Ich habe schon vor vielen vielen Monaten begonnen, dieses leidige Thema immer und immer und immer wieder neu aufzubrühen und freue mich natürlich auf eine etwas morbide Weise, dass ich nun endlich auch mal eine von der Regierung in Auftrag gegebene Studie habe, die ich verlinken kann. Aber lieber wäre mir natürlich, ich könnte über die Veränderung des generellen Einkaufsverhaltens schreiben. Darüber, dass die Zahl weggeworfenen Essens rückläufig ist. Und natürlich wäre es um Längen schöner, wenn die Lebensmittelpreise in Deutschland nicht erst signifikant erhöht werden müssten, um den Menschen etwas mehr Wertschätzung mit dem Baseballschläger einzuprügeln. Am schönsten wäre es, wenn mein Gemotze und Geschimpfe auch diejenigen erreichen würde, die sich eben überhaupt keine Gedanken darüber machen, welche Mengen sie kaufen und wieviel davon ungenutzt in die Tonne wandert. Fast jeder von uns wird sich an den Spruch der Eltern am Mittagstisch erinnern, als wir im Kindesalter lustlos in unserem Essen rumgestochert haben: "Woanders verhungern Kinder." Und ja: woanders verhungern wirklich Menschen, nicht nur Kinder, aber die ganz besonders schnell. Durch Klimawandel, totgewirtschaftete Böden, Nahrungsmittelspekulation und den Hunger der ersten Welt. Und wir werfen gedankenlos einfach weg, was wir in unseren Megasupermärkten zuviel eingekauft haben. Mir macht das ein schlechtes Gewissen.

    Ich möchte mich hier nicht selbst als Heilige darstellen. Aber ich gebe mein Bestes, so zu leben, dass möglichst vielen Menschen dieser Planet in noch einigermaßen gutem Zustand erhalten bleibt. Und bei meinem Nahrungsmittelkonsum befolge ich ein paar kleine Regeln und Strategien, so dass eigentlich nichts mehr wegwerfen muss. Diese Strategien sind so einfach, die kann wirklich jeder zuhause umsetzen (- wenigstens eine oder zwei davon):

    1. Gemüse einzeln kaufen: Greifen wir doch nicht zu den vorab verpackten Sachen, wenn wir nicht genau wissen, was wir mit 2kg Zucchini oder 1,5 kg Möhren in den nächsten Tagen machen wollen.

    2. Essensplan für die Woche: Zugegeben, ein solcher Essensplan setzt ein bisschen Wissen in Sachen Gemüselagerung und -zubereitung voraus. Aber auch einfache Gerichte lassen sich gut planen. Dann kann man gezielter und in den richtigen Mengen einkaufen. Spart langfristig eine Menge Geld!

    3. Sich über den eigenen Kühlschrank und die eigenen Lagermöglichkeiten klar werden: Die meisten Kühlschränke sind nicht nur ein komischer großer kalter Kasten, sondern haben unterschiedliche Fächer. Die Hersteller geben eigentlich immer Auskunft darüber, welche Dinge wo im Kühlschrank am besten gelagert werden können. Salat kann man z.B. länger haltbar machen, indem man ihn putzt, wäscht, schleudert und in ein sauberes und feuchtes Geschirrtuch einwickelt und in der unteren Kühlschrankschublade verstaut. Regelmäßiges Reinigen und Desinfizieren des Kühlschranks hilft auch, Schimmelbildung zu vermeiden. Für die Speisekammer gilt das Gleiche: Wieviel Platz habe ich zur Lagerung, kann ich irgendwo einen alten Eimer mit Sand unterbringen, in dem ich Dinge wie Möhren lagern kann (- wo sie sich ewig halten)? Hatte ich mal ein Problem mit Lebensmittelmotten und muss die Kammer grundreinigen? Es ist nur ein bisschen logistisches Denken und Handeln nötig und schon werden deutlich weniger Produkte schlecht.

    4. Einfrieren und Einwecken! Habe ich Gemüseüberschuss, friere ich Sachen weg. Aus Kräutern mache ich Pesto, wenn ich merke, dass ich sie nicht rechtzeitig aufessen kann. Aus überreifem Obst mache ich Smoothies, Frozen Yoghurt oder Kuchen (der sich teilweise auch wegfrieren lässt). Ich beschrifte alles, was ich einfriere und verkonsummiere das dann auch wieder. Guter Tipp am Rande: selbst in Einmachgläsern kann man Dinge einfrieren. Man darf die Gläser nur nicht bis oben hin vollmachen. Perfekt für Kokosmilchreste o.ä.Wer zu viele Tomaten hat, kann selbst Ketchup herstellen. Steril abgefüllt und richtig gelagert, hält der ewig. Fragt eure Omas, die wissen solche Sachen oft noch und können gute Tipps und einige Einmachgläser spendieren!

    5. "Eat me first!" Box: Viel Essen wird meiner Meinung nach weggeworfen, weil es an der falschen Stelle im Kühlschrank steht, also unten, hinten oder sonstwo, wo wir nicht direkt hinschauen, wenn wir die Kühlschranktür aufreißen. Am Ende ist es wie mit dem Kleiderschrank, der aus allen Nähten platzt - und trotzdem glaubt man, man hätte nix zum anziehen. Abhilfe im Kühlschrank schafft eine einfache Plastikbox mit einer Aufschrift wie z.B. "Eat me first!", in die man die Dinge einsortiert, die bald schlechtwerden oder generell schnell verderben. Diese Box sollte natürlich in Sichtweite stehen und nicht unten hinten in der Ecke. Pro Woche muss man nur einmal für 10 Minuten bewusst eine kleine Inventur des Kühlschranks vornehmen. Und 10 Minuten kann hoffentlich jeder aufbringen.

    6. Lunchbox statt Cafeteria: In der Mittagspause kann man wunderbar das übrig gebliebene Essen vom Vorabend spachteln. Spart ne Menge Geld. Viele Cafeterien haben auch Mikrowellen, wenn man das Essen nicht kalt runterbekommt.

    7. Angst vorm Mindesthaltbarkeitsdatum verlieren und den eigenen Sinnen wieder vertrauen! >Hier< habe ich bereits was dazu geschrieben.

    8. Kochsendungen gucken! Auch wenn man kein Sternekoch werden möchte, bei Kochsendungen bekommt man Inspirationen und ein paar gute Tricks sind auch immer dabei. Ansonsten: gutes Kochbuch kaufen!

    9. Grow your own! Das ist ein Tipp für alle, die Zeit und Platz haben: Baut doch ein bisschen eigenes Gemüse an! Salat wächst z.B. auch in normalen Blumenkästen auf dem Balkon. Gleiches gilt für Kräuter, Chilis oder sogar Buschbohnen. Mit ein bisschen Übung und Recherche lässt sich schnell herausfinden, was in der entsprechenden Gegend am besten wächst. Ein paar große Töpfe oder ein kleines Beet, ein bisschen gute Erde und etwas Geduld und Übung und schon erlebt man eine ganz neue Beziehung zu dem, was man sich sonst vielleicht sehr gedankenlos in den Mund geschaufelt hätte.

    Laut Frau Aigner soll es ja auch bald eine Internetplattform geben, auf der die Verbraucher Tipps zum richtigen Umgang mit Lebensmitteln bekommen können. "Zu gut für die Tonne" soll diese Plattform heißen. Wer auch heute schon ein bisschen was zum Umgang mit Lebensmitteln lernen möchte, kann sich mal in Foren bei z.B. Chefkoch.de, FragMutti.de oder Oma-tipp.de umschauen. Ansonsten helfen Suchmaschinen gerne weiter. Oder eben die eigene Oma.
    Ach ja: Eat your veggies - werft sie nicht weg!

  • Kick-Ass Cuisine XXXVI: One Week With Jamie

    Jamie Oliver ist so berühmt, dass uns sein Gesicht mittlerweile sogar in deutschen Supermärkten von Pesto-Gläsern und Nudelverpackungen entgegenlacht. Ehrlich gesagt weiß ich wenig bis gar nichts über Jamie Olivers Werbepartner (lediglich, dass er seine langjährige Werbepartnerschaft mit Sainsbury 2011 beendet hat), sein "Food-Empire" oder seine Marketingabteilung. Ich kaufe auch keine Jamie-Oliver Nudeln, keine Jamie-Oliver Tomatensoße und keine Jamie-Oliver Pfeffermischung. 
    Trotzdem habe ich seine vielen vielen TV-Sendungen verfolgt und kaum eine Reihe wirklich ausgelassen. Auch wenn mir, gerade bei Jamie's Food Revolution oder Jamie's Kitchen (die Serie über die Eröffnung des Restaurants Fifteen in London) einiges doch sehr durchgeplant und "gescriptet" vorkam, kann ich mich mit der Kernbotschaft der ganzen Sendungen sehr gut identifizieren. Es geht letzten Endes immer darum, dass wir wieder einen Bezug zu unserem Essen bekommen,  gesünder und klüger werden, indem wir weniger Junkfood essen, dass wir eine Mahlzeit auch als eine sinnliche und eine soziale Sache wahrnehmen und dass wir andere Menschen glücklich machen können, indem wir für sie den Kochlöffel schwingen (- und nicht, indem wir ihnen teure, aber unnötige Dinge kaufen). 
    Jamie Oliver ist leider kein Veganer, nicht mal Vegetarier. Er benutzt Unmengen von Pancetta (einer Art Schinkenspeck), Eiern, Parmesan und anderen Milchprodukten, von all seinen Fleisch- und Fischgerichten mal ganz abgesehen. Natürlich plädiert er vehement dafür, tierliche Produkte unbedingt aus artgerechter Tierhaltung zu beziehen, aber für mich als Veganerin ist das eben nur ein unvollständiger Schritt in die richtige Richtung. 
    Und trotzdem mag ich gerade seine Kochsendungen sehr. Da ich ein Mensch bin, der  Dinge besser versteht, wenn er sie sieht oder liest als wenn er sie nur hört, habe ich allein beim Anschauen der Kochsendungen eine ganze Menge gelernt: wie man mit einem großen Kochmesser richtig umgeht, wie man das perfekte Salatdressing macht, wie man mit Kräutern spielt etc. Ich habe Spaß an der Leidenschaft, die er fürs Kochen und für frische Zutaten aufbringt und habe im Laufe der Zeit festgestellt, dass man ihm nicht vorwerfen kann, seine Gerichte nur um Fleisch herum aufzubauen. Im Gegenteil, viele Gerichte sind ohnehin sehr gemüsig und daher extrem leicht zu veganisieren! 
    Aber seht selbst die ersten Ergebnisse meiner Jamie-Oliver-Veganisierungsprojektwoche:

    Lasagne mit Erbsen, Minze und Spinat (veganisierte Version eines >Rezepts< aus dem Buch Jamie's 30 Minute Meals):
    Lasagne1
    Hier habe ich Vollkorn-Lasagneblätter benutzt, statt Parmesan und Hüttenkäse einen Hefeschmelz benutzt und die Gemüseschicht aus Erbsen, ein wenig Minze, Zwiebeln, Knoblauch und Babyspinat mit Gemüsebrühe, etwas Thymian und Sojasahne zubereitet. Geschichtet habe ich im Wechsel Lasagneblätter, Gemüsemischung, Hefeschmelz, Lasagneblätter, Gemüsemischung, Hefeschmelz.... 
    An die genauen Mengenangaben habe ich mich auch nicht gehalten, weil wir nur zu zwei waren und ich keine Lasagne für 6 Personen kochen wollte. Ich muss sagen, dass das Rezept wirklich einfach, aber dafür umso leckerer ist! Ich wäre alleine niemals auf die Idee gekommen, mit Erbsen eine Lasagne zu füllen, aber gut, dass ich mich eines besseren habe belehren lassen.
    Lasagne2-2


    Salat aus geröstetem Lauch und Frühlingszwiebeln mit Radicchio und einer Chorizo-Vinaigrette
    (veganisierte Version eines Rezepts aus Jamie at Home)

    Die Serie Jamie at Home kann ich wirklich nur empfehlen: jede Folge behandelt eine andere Gemüsesorte, bzw. -familie, die in Jamie Olivers eigenem Garten wächst. Zusätzlich zu einigen nützlichen Tipps für den heimischen Garten gibt es pro Folge zwei bis vier gemüselastige Rezepte. Auch für Rohköstler ist ab und zu was dabei!
    LeekSalad
    Gerade jetzt im Winter gibt es Lauch oder Porree in rauhen Mengen. Der etwas bittere Radicchio gilt gemeinhin auch als Wintersalat, also ist dieses Gericht genau das Richtige, um den Winter so langsam zu verabschieden.
    Statt der Chorizo-Wurst habe ich zwei Spacebar Chorizo von Wheaty benutzt (gibts im Bioladen). Statt eines Holzkohlegrills habe ich Lauch und Frühlingszwiebeln im Ofen gegrillt und den Radicchio für eine kurze Minute ebenfalls im Ofen welken lassen. Auch wenn der Salat ziemlich armselig aussieht am Anfang, wird er inklusive Dressing am Ende doch wieder ganz farbenfroh und ist geschmacklich der absolute Wahnsinn! Das Rezept (leider mit Fleisch und Fischbeilage) könnt ihr euch hier ansehen (ab ca. 0:40)!

    Schneller Käsekuchen im Glas (veganisierte Version eines >Rezepts< aus Jamie's 30 Minute Meals)

    Das perfekte Rezept für Dessertmuffel wie mich. Es ist in 5 Minuten zusammengeworfen, sieht aber nach einer Menge Mühe und Arbeit aus. Außerdem lässt es sich je nach Jahreszeit variieren und schön dekorieren.
    Cheesecakeinajar1
    Der Boden des "Kuchens" besteht aus zerbröselten veganen Keksen, die mit geschmolzener Alsan verrührt und im Kühlschrank dann wieder verhärtet werden. Für die Quarkschicht habe ich über Nacht abgetropften Sojajoghurt benutzt, den ich mit etwas Zitronenabrieb verrührt habe. Statt des Lemon Curd, der traditionell mit Ei hergestellt wird, habe ich Aprikosenfruchtaufstrich benutzt, den ich mit etwas warmem Wasser verflüssigt habe. Als Dekoration habe ich Kekskrümel und Carobpulver benutzt. Man könnte aber auch einige Zweige Minze, ein paar frische Himbeeren oder etwas abgeschabte Schokolade nehmen. Zusätzlichen Zucker musste ich nicht verwenden. Und was soll ich sagen: paar Minuten Arbeit und Bombengeschmack! Wird auf jeden Fall wieder gemacht!
    Cheesecakeinajar2

    Und da der Blogeintrag jetzt schon zu lang ist, hebe ich mir die Rohkostgerichte dann für ein Andermal auf! Ich verrate nur so viel: sie sind mind. genauso lecker wie die gekochten Sachen!

  • Aber bitte in Öko! - Veganes für die Füße

    Vegan means I don't eat, wear or exploit animals.

    Der Aufdruck auf >diesem Shirt< summiert ganz gut, worum es vielen Veganern geht. Oft genug hören wir Dinge wie "Übertreibst du nicht langsam ein bisschen?" oder "Ich dachte, du willst nur keine Tiere essen," wenn wir nach Materialien fragen, die in Kleidungsstücken verwendet wurden. Denn vegan zu leben bedeutet für die meisten nicht nur den freiwilligen Verzicht auf tierliche Produkte in Lebensmitteln jeglicher Art, sondern eben auch das aktive (und wieder freiwillige) Vermeiden von Wolle, Seide und Leder. 
    Während ich auf Seide sehr gut verzichten kann und auch noch nie wirklich in die unmittelbare Gefahr kam, ein Kleidungsstück aus Seide zu kaufen, sieht es bei Schurwolle und Leder schon ganz anders aus. Da der Winter sich aber langsam dem Ende neigt und da außerdem die Redaktion von Deutschland is(s)t vegan heute einen Gemeinschaftsartikel über vegane Fußbekleidung veröffentlicht hat, bleibt die Schurwolle erstmal außen vor und macht Platz für ein paar Informationen zu veganen Schuhen, die vom DIV-Artikel nicht in Gänze abgedeckt werden konnten.

    Was ist überhaupt ein veganer Schuh?
    Auf meinen Post bei Facebook, in dem ich auf den aktuellen DIV-Artikel verwies, kommentierte einer meiner Bekannten lapidar, ein veganer Schuh sei "für den kleinen Hunger zwischendurch" gedacht. Natürlich war das ein augenzwinkernder Scherz und ich nehme ihm die Bemerkung auch in keiner Weise übel, aber sie zeigt mir trotzdem, dass viele Menschen mit dem Konzept eines veganen Schuhs kaum etwas anfangen können. 
    Vegane Schuhe enthalten keinerlei tierliche Materialien. Das heißt, dass weder Obermaterial, noch Sohle, Innenfutter, Schnürsenkel oder Klebstoffe aus tierlicher Substanz gewonnen werden. Materialien, die stattdessen zum Einsatz kommen, sind u.a. Baumwoll- oder Hanfgewebe, Kautschuk und natürlich die ganze Bandbreite der synthtischen Kunstfasern. Man kann (und sollte) einen veganen Schuh daher nicht essen, auch nicht, wenn man zwischendurch mal Hunger hat.

    Ja, und die Ökobilanz?
    Annie, die hier eifrig mitliest und über deren Besuche und Kommentare bei Mixxed Greens ich mich sehr freue, sprach mich neulich völlig zu Recht auf die Umweltverträglichkeit veganer Schuhe an und es ist mitunter ihre Schuld, dass ich mich in den letzten Stunden durch viele Webseiten mit Herstellerinformationen gewühlt habe. Was ich über die verschiedenen Materialien herausgefunden habe, ist natürlich unvollständig, aber reicht hoffentlich für einen ersten Eindruck.

    Leder: Für viele Menschen ist Leder DAS Material schlechthin für Schuhe. Es ist robust, bequem, geschmeidig, atmungsaktiv und luftdurchlässig. Gleichzeitig gilt es gemeinhin als hochwertiges Naturprodukt und ist in Schuhform oft dementsprechend teuer. Doch der Naturstoff "Tierhaut" wird heutzutage vorwiegend (nicht ausschließlich) mit chemischen Methoden gegerbt, bei denen giftige Abfallprodukte anfallen, die Mensch und Umwelt (insbesondere Boden und Gewässer) belasten. Besonders Salze aus dem Schwermetall Chrom werden bei der modernen Gerbung eingesetzt. Zumeist sind das Chrom III-Salze, aus denen aber die deutlich giftigeren und hochallergenen und cancerogenen Chrom VI-Salze entstehen können. (Sogar eine pro-Leder Webseite warnt vor Chrom VI!) Problematisch ist zudem, dass die chemische Gerbung oft in Ländern vorgenommen wird, in denen Arbeitsschutz-Standards den Gefahren der chemischen Gerbstoffe nicht gerecht werden. Alternativen zur chemischen Gerbung sind die Verfahren der pflanzlichen Gerbung, die über viele Jahrhunderte praktiziert wurden. Pflanzlich gegerbtes Leder ist natürlich deutlich teurer als chemisch gegerbtes Leder und kommt laut Informationen von Peta Deutschland nicht für jede Verarbeitungsart infrage. Und ganz abgesehen von der chemischen Problematik verursacht jede Form von industrieller Tierhaltung, allen voran natürlich die Rinderhaltung, Treibhausgase, was die Ökobilanz von Leder zusätzlich belastet. Für Veganer kommt Leder ohnehin nicht infrage.

    Die Kunstfaser-Palette: Leder-Imitate kennt sogar der/die fashion-muffeligste Nichtveganer/in. Doch gerade im Bereich der lederfreien Schuhherstellung hat sich eine riesige Bandbreite verschiedener Materialien herausgebildet, die ich nicht samt und sonders im Detail besprechen kann. Das berühmte britische Label Vegetarian Shoes bietet auf seiner Webseite kompakte Informationen zu den insgesamt 13 synthetischen Stoffe an, die in seinen Schuhen verwendet werden. Und genau hier begegnen wir dem größten Problem veganer Schuhe: Plastik. Synthetische Fasern wie z.B. Polyurethan, das häufig für Schuhsohlen verwendet wird, Polyester oder manche Arten von Microfasermaterialien werden aus Erdöl gewonnen und sind nur schwer oder gar nicht biologisch abbaubar. Bei der Verbrennung mancher Kunststoffe, z.B. in Müllverbrennungsanlagen, entstehen außerdem toxische Gase. Zwar habe ich auf die Schnelle keine konkreten Zahlen finden können, doch bin ich mir sicher, dass der Energieaufwand bei der Kunstfaserherstellung sehr hoch ist. (Wenn jemand einen guten Link oder genaue Zahlen hat, darf er/sie die Info gerne hier teilen!) Ganz abgesehen davon finden sich in vielen Plastikarten krebserregende Weichmacher und weitere giftige Chemikalien. Angesichts der schrumpfenden Erdölressourcen, der immer größer werdenden Plastikberge und der problematischen Umweltbilanz ist es daher nicht verwunderlich, dass man, wenn man möglichst nachhaltig zu leben versucht, auch auf Schuhe aus Kunstfasern verzichten mag. Und spätestens da wird es für uns Veganer richtig schwierig.
    Glücklicherweise gibt es jedoch immer mehr Schuhe aus recycleten Kunstfasern und ich hoffe sehr, dass Vegetarian Shoes in Zukunft auch in diesem Bereich verstärkt Schuhe anbietet. Ein Beispiel hierfür wären die Modelle der französischen Marke For Your Earth, in Deutschland zu beziehen im Shop von Veggie Shoes oder im Avocado Store. FYE verwendet unter anderem Plastikflaschen als Ausgangs"rohstoff" für die Schuhsohlen, Innensohlen oder im Obermaterial. Auch der verwendete Klebstoff ist wasserlöslich. Wie so ein Schuh insgesamt aufgebaut ist, könnt ihr euch >hier< anschauen. (An dieser Stelle danke ich auch Katja vom DIV-Team, die mich auf dieses Label aufmerksam gemacht hat.) Ganz neue Wege ging auch Puma mit dem Modell Re-Suede, einem schicken Sneaker, der zu 100% aus recycleten und/oder biologisch abbaubaren Materialien gefertigt wurde. Sogar die Verpackung des Schuhs folgt umweltfreundlichen, nachhaltigen und energiearmen Standards. Im DIV-Artikel nicht vertreten sind die Schuhe der Reihe vivobarefoot der Marke Terra Plana. Auch diese Schuhe enthalten Materialien aus recycleten Rohstoffen.

    Hanf und Baumwolle: Nicht alle veganen Schuhmodelle bestehen überwiegend aus Kunstfasern. Wer es ganz natürlich mag, greift gerne auf Schuhe zurück, deren Obermaterial zum Großteil bzw. ausschließlich aus Baumwolle oder Hanf besteht. Hanf ist eine relativ robuste und pflegeleichte Pflanze, was den Düngemitteleinsatz beim Anbau auf ein Minimum beschränkt. Viele Hersteller von ökokorrekten Schuhen verwenden außerdem Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau sowie Naturkautschuk für die Schuhsohlen. Auch bei Vegetarian Shoes gibt es zeitlose Sneaker, deren Ausgangsmaterial Hanf ist. Grand Step Shoes bietet vom Sneaker für Männlein und Weiblein bis hin zur Ballerina eine ganze Fülle unterschiedlicher Hanfschuhe in vielen verschiedenen Farben an. Bleibt noch der Ethletics-Sneaker, der in Form und Stil den berühmten "Chucks" nachempfunden ist und aus biologisch angebauter Baumwolle sowie Naturkautschuk besteht.  Wie viele andere Hersteller sog. ethical footware setzt sich auch die Firma Ethletics für faire Arbeitsbedingungen in den Produzentenländern ein. Eine letzte Marke, die es lohnt anzusehen ist Simple Shoes, deren Sneaker aus Bio-Baumwolle und recycletem Kunststoff sowie Naturkautschuk gefertigt sind.

    Noch kurz was zum Preis
    Die vorgestellten Schuhe findet ihr natürlich nicht bei den handelsüblichen Schuh-Discountern. Im Gegenteil: die meisten Modelle sind recht teuer, auch wenn sie kein Leder, sondern "nur" wiederverwerteten Plastikmüll enthalten. Upcycling und Nachhaltigkeit haben leider immer ihren Preis. 
    Wer sich also Gedanken um ökokorrekte Schuhe macht, aber nicht genügend Geld übrig hat, das er/sie in solche Schuhe investieren kann, sollte einfach nach dem Prinzip "Klasse statt Masse" verfahren. Ich mache das schon seit Jahren so und bin daher gerne bereit, auch mal etwas mehr Geld in einen Schuh zu investieren, den ich dann aber auch auftrage, bis er löchrig oder aufgerissen ist. Das dauert bei normaler Beanspruchung sicher mehrere Jahre und damit lohnt sich, wie ich finde, auch die finanzielle Investition. Natürlich achte ich gerade deswegen auch sehr darauf, Schuhe in zeitlosem Design zu kaufen, die zur Mehrheit meiner Klamotten passen. Glücklicherweise komme ich bei den Preisen der oben vorgestellten Schuhe gar nicht erst in die Versuchung Hamsterkäufe zu tätigen. Hat auch sein Gutes.

  • Kick-Ass Cuisine XXXV: Kürbis-Zimtschnecken mit Mandelfüllung

    Jaja, erst schreibe ich laaaang und breit darüber, dass ich abnehmen möchte und nun poste ich direkt ein Rezept, das eher nach mehr Hüftgold schreit als nach meinem Wunschgewicht...
    Aber ich hatte ja auch erklärt, dass ich grundsätzlich gegen Diäten bin und meine Devise daher das klassische FDH-Programm sein würde. Die auf den Fotos abgebildeten Zimtschnecken habe ich also nicht alleine und an einem einzigen Tag aufgegessen, sondern ganz uneigennützig mit meiner Familie und meinem Freund geteilt.  Außerdem gefallen mir die Fotos so gut, dass ich alleine deswegen schon einen Blogeintrag schreiben muss. Mit der richtigen Kamera und dem Wissen, welche Knöpfchen man drücken muss und an welchen Rädchen man drehen muss, gelingen die Food Photos fast von ganz alleine!
    Ich empfehle die Schnecken übrigens absolut als Mitbringsel für einen Brunch, außerdem eignen sie sich hervorragend zur Weiterverwertung der Mandelreste, die ich >hier< schon beschrieben habe.

    Das Rezept stammt von einem englischsprachigen veganen Food-Blog mit dem schönen Namen "Don't Eat Off the Sidewalk." Ich wurde während des Vegan MoFo im letzten Jahr darauf aufmerksam und teile das Rezept der Einfachheit halber am Ende des Blogeintrags nach den vielen schönen Fotos.
    Doch nun: Vorhang auf für eine ganze Menge Food Porn!

    Pumpkin-Cinnamon-Buns1
    Noch ungebackene Schnecken.

    Pumpkin-Cinnamon-Buns2
    Close-up der ungebackenen Schnecken.

    Pumpkin-Cinnamon-Buns3
    Frisch aus dem Ofen....mhhhhhhhhh!

    Pumpkin-Cinnamon-Buns4
    Und ganz fertig mit Zuckerguss. MJAMM!!!!

    Zutaten für den Teig:
    1 Pck. Trockenhefe
    1/4 cup lauwarmes Wasser
    3/4 cup Kürbispüree (etwa ein halber Hokkaido-Kürbis, entkernt, gekocht und püriert - hatte ich noch im TK-Fach)
    1/4 cup Sojamilch
    1/4 cup geschmolzene Alsan-Margarine
    1 EL brauner Rohrohrzucker
    2 1/2 cups Vollkornmehl
    1 geh. TL Salz
    1 gestrichener TL Zimt
    etwas geriebene Muskatnuss
    etwas gemahlener Ingwer
    3/4 cup Vollkornmehl
    1 EL Pflanzenöl

    Zutaten für die Füllung:
    gemahlene Mandeln
    Rohrohrzucker
    Zimt
    Margarine

    Zubereitung:

    1. In einer großen Rührschüssel die Trockenhefe im warmen Wasser auflösen und 5 Minuten stehen lassen.
    2. Kürbispüree, Milch, Margarine und Zucker mit dem Wasser-Hefe-Gemisch vermengen.
    3. 2 1/2 cups Vollkornmehl, Salz, Zimt, Muskatnuss und Ingwer dazugeben und mit dem Knethaken des Handrührgeräts 5-10 Minuten zu einem homogenen Teig verkneten.
    4. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche weiter durchkneten. Dabei die restliche 3/4 cup Mehl benutzen und so lange kneten, bis der Teig nicht mehr klebt.
    5. die Rührschüssel mit dem Pflanzenöl ausstreichen und den Teig hineingeben, mit einem feuchten Tuch bedecken und an einem warmen Ort ohne Luftzug 45 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen des Teigs verdoppelt hat.
    6. In der Zwischenzeit aus Mandelresten, etwas Margarine, Zimt und etwas braunem Zucker eine krümelige Füllung herstellen. Genaue Mengenangaben kann ich nicht machen, da ich das Ganze peu-a-peu mit einer Gabel zusammengemixt habe.
      Außerdem könnt ihr jetzt eine Auflaufform einfetten.
    7. Den fertig aufgegangenen Teig anpieksen und kurz ruhen lassen, dann auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem Rechteck ausrollen.
    8. Die Füllung auf dem Rechteck gleichmäßig verteilen (ggf. mehr Füllung zubereiten).
    9. Den Teig von der kürzeren Seite her zu einer Schnecke aufrollen.
    10. Mit einem angefeuchteten, großen Messer die Rolle in gleichgroße Stücke zerteilen und diese Stücke nebeneinander in die Auflaufform setzen. Nochmals 20 Minuten gehen lassen. Währenddessen den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.
    11. Die Schnecken ca. 20-25 Minuten backen, bis sie goldbraun sind. Dann komplett auskühlen lassen und anschließend mit Zuckerguss (aus Puderzucker und ein wenig Wasser oder Zitronensaft) beträufeln.

    Tipp: Die Schnecken schmecken am besten frisch!

  • Bis hierher und nicht weiter!

    Liebe Leser, dies ist ein Geständnis. Nein, ich habe weder Fleisch noch Milchprodukte oder Eier gegessen, an der Veganerfront ist also noch alles im Lot.
    Aber: ich habe mich überfressen.
    Manch eine/r von euch wird sich nun denken: Na und? Das passiert mir ständig. Aber ich meine nicht das Gefühl von Food-Coma oder Food-Pregnancy, das wohl jeden mal befällt, besonders sonntags mittags nach einem üppigen Essen an Mamas Tisch. Solche Zustände gehen meist nach einigen Stunden oder einem schönen Spaziergang wieder weg. Aber das Überfressen, das ich meine, dauert bereits Monate und ich habe den Eindruck, dass ich das Problem hier mal öffentlich aussprechen muss, damit mir vollends bewusst wird, dass es so nicht weitergehen kann.
    Ich gehöre zu den Leuten, die es nicht einsehen, sich aus Diätgründen zu kasteien. Ich glaube nicht an Abnehm-Diäten, jedenfalls nicht an deren langfristigen Wert oder gesundheitlichen Nutzen. Vielmehr finde ich es mega-albern, wenn mir Leute sagen, dass sie bis abends um sechs nur ein trockenes Brötchen gegessen haben. Ganz ehrlich: das ist nicht nur enorm ungesund, sondern auch ziemlich unglaubwürdig, und wenn das jemand wirklich öfter so macht und das auch noch durchhält, dann stimmt was mit dem Stoffwechsel dieser Person nicht. Mir ist sehr bewusst, dass wir in der westlichen, reichen Welt uns keinerlei Sorgen über die Verfügbarkeit von Lebensmitteln machen müssen und niemals den Hunger erleiden müssen, dem die Menschen in vieln Entwicklungsländern tagtäglich unfreiwillig ausgesetzt sind. Trotzdem, nein, eigentlich genau deswegen glaube ich daran, dass wir eine ausgewogene und vor allem moderate Ernährungsweise praktizieren sollten, ohne "freiwilliges" Runterhungern auf ein krankes Schönheitsideal, aber auch ohne ständige Völlerei. Übergewicht und Untergewicht sind gleichermaßen gefährlich.
    Da ich noch nie der Typ für Untergewicht war und außerdem kürzlich eine Schilddrüsenerkrankung in Form einer Unterfunktion (war ja klar...) bei mir diagnostiziert wurde, stehen die Zeichen meines Körpers tendenziell sowieso auf der stämmigeren Seite. Zu allem Überfluss gehöre ich zu der Sorte Mensch, die psychischen Stress, wie er z.B. in der Endphase des Studiums auftritt, am liebsten mit ungesundem Essen kompensiert. Und weil ich im vergangenen Jahr recht viel von diesem physischen Stress hatte, habe ich mir über mehrere Monate hinweg eine Art zu essen angewöhnt, die mich mit ziemlicher Sicherheit zu einem sehr dicken und sehr trägen Menschen machen wird. An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass ich gerade mit dem Vorurteil aufräume, Veganer seien grundsätzlich unterernährt und bleich. Meine ständig steigende Konfektionsgröße spricht da eine ganz andere Sprache, und Übergewicht kann man auch dann bekommen, wenn die Cholesterinwerte (bedingt durch den nicht-existenten Anteil an tierischen Fetten in der Nahrung) niedrig sind.
    Ich möchte nicht wirklich über mein Gewicht in Form von Zahlen sprechen, aber ich weiß, dass ich mein Wohlfühlgewicht längt überschritten habe. Statt energiegeladen und schön empfinde ich mich als wabbelig, schwerfällig und müde. Da hilft es auch nicht, dass ich in solchen Situationen gerne etwas zum Knabbern bei mir habe, das mich ablenkt und kurzfristig glücklich macht. Wie ihr seht, bin ich also schon mitten im Teufelskreis der unkontrollierten Gewichtszunahme und das kann und darf so nicht weitergehen.
    Und da ich ohne äußeren Druck gerne mal in meinen unbequemen Entscheidungen wanke, propagiere ich jetzt hier in dieser öffentlichen Form, dass ich ab März auf unbestimmte Zeit meine Ernährungsweise mit ein paar simplen Regeln umstellen werde. Genauso wie ich ohne wirkliche Übergangszeit vom Omnivoren zum Veganer wurde, werde ich auch dieses Mal von heute auf morgen aus gewohnten Konventionen ausbrechen. Never change a winning horse, sagt man ja im Englischen. Wenn es also schon einmal auf diese radikale Weise erfolgreich mit einer Umstellung geklappt hat, dann wird es vermutlich auch ein zweites Mal funktionieren.

    Folgenden Plan habe ich mir also überlegt:

    • Mindestens 60% meiner Mahlzeiten sollen aus rohen und weitestgehend unverarbeiteten Lebensmitteln bestehen. Im Klartext heißt das also: mehr Salat, mehr Smoothies und frische Säfte, mehr Obst und Gemüse als Snacks für Zwischendurch, mehr Vollwert und weniger Fertigfutter. Das dürfte mit am Einfachsten sein, weil ich mich schon länger in diese Richtung bewege. Wären da nur nicht immer die Chips und Süßigkeiten...
    • Kein Alkohol ohne triftigen Grund! Ich werde die Alkoholmenge, die ich trinke, reduzieren. Es ist nicht so, dass ich viel trinke oder besonders regelmäßig trinke, aber viele Gläser Bier, Wein oder Schnaps sind völlig unnötig. Ich möchte mich nicht selbst kasteien und auf jeglichen Alkohol verzichten. Es muss aber einen Anlass geben. Also nix mehr mit drunk for drunk's sake!
    • Keine Kohlenhydrate mehr nach 18 Uhr. Überhaupt will ich abends meine Nahrungsaufnahme drastisch drosseln. Keine Chips oder Nüsse mehr vor dem Fernseher, keine Kochorgien aus Langeweile oder Frust. Stattdessen Obst, Gemüse, Salate und noch mehr Küchenkreativität, Baby!
    • Nicht mehr so viel naschen! Ich werde nicht mehr den halben Schokokuchen alleine innerhalb von einem Tag aufessen. Ich werde nicht mehr eine komplette Tafel Schokolade in 30 Minuten runterschlingen. Ich brauche auch nicht zu jedem Kaffee irgendetwas Süßes.
    • Ein Teller voll Essen ist genug pro Mahlzeit. Es kann schon mal passieren, dass ich zwei- oder sogar dreimal Nachschlag nehme und ich vermute, dass das die größte Herausforderung werden wird. Mein Magen ist große Nahrungsmengen gewohnt und bis er sich von selbst an kleinere Portionen gewöhnt hat und ich schneller satt bin, muss ich wohl einfach meinen Appetit bekämpfen. Unterstützend werde ich natürlich langsamer und bewusster essen, davon wird man ja bekanntlich auch schneller satt.
    • Und natürlich, last but not least: mehr sportliche Betätigung! Viel mehr!!!

    Mein Plan ist nicht als Diät, sondern als langfristige Ernährungsumstellung und -gewohnheit gedacht. Ob ich es durchhalte, vor allem durch die neue Stressphase hindurch? Ich kann es natürlich nicht vorhersehen, aber ich nehme es mir fest vor und mache ein Versprechen an mich selbst und ihr seid meine Zeugen: ich verspreche mir hiermit, mein Wohlfühlgewicht zu erreichen und zu halten. Let the adventure begin!

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    Edit [29.02.2012]
    Der Kommentar von Goiken hat mich gerade darauf aufmerksam gemacht, dass ich klarstellen sollte, dass ich hier niemanden mit einer Essstörung verbal attackieren möchte. Essstörungen, egal in welche Richtung, sind ein ernstzunehmendes Problem, das nicht kleingeredet oder diffamiert werden darf. Wenn ich also von Menschen schreibe, die mir erzählen, sie würden öfter nur ein Brötchen von morgens bis abends essen, dann meine ich damit Menschen, deren physische und psychische Konstitution darauf schließen lässt, dass sie gerade nicht an einer krankhaften Essstörung leiden, sondern lediglich irgendwelchen unsinnigen Diät-Fads hinterherrennen, meist mit drastischen Jojo-Effekten und diversen Heißhungerattacken. Hätte ich bei Bekannten und Freunden den Eindruck, dass ein solches Essverhalten die Regel ist und gäbe es Grund zur Annahme, dass damit psychische Probleme in Verbindung stünden, dann würde ich diese Freunde natürlich darauf ansprechen, meine Hilfe anbieten und sie nicht verurteilen.
    Ich selbst bin im Übrigen noch weit entfernt von einem gesundheitlich bedenklichen Gewicht, geschweigedenn einer ernsthaften Essstörung. Aber das Körpergefühl sagt mir einfach, dass etwas nicht richtig ist und dass ich etwas ändern muss.

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